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Aminosäuren

Aminosäuren sind Grundbausteine des Lebens. Der Körper nimmt sie aus tierischer und pflanzlicher Nahrung auf und wandelt sie in etwa 100.000 neue Eiweißverbindungen um, die die vielfältigsten Aufgaben erfüllen. Für Nahrungsergänzung werden Aminosäuren fermentativ aus Pflanzen gewonnen. Sie sind sofort bioverfügbar ohne erst durch die Verdauung aufgespalten zu werden und sind daher auch bei geschwächten Personen mit eingeschränkter Stoffwechselleistung und bei schwerer Krankheit zur Erhaltung der Körperstruktur und Verbesserung der Energiesituation empfohlen. 
 
Essentielle Aminosäuren und L-Glutamin für den Muskelaufbau
 
Von den insgesamt 25 Aminosäuren, die unser Körper benötigt, können wir einen Teil selbst herstellen, acht jedoch sind essentiell und müssen im richtigen Verhältnis zueinander und lückenlos täglich von außen zugeführt werden, da sie nicht über längere Zeit gespeichert werden können.
 
Will man Muskelgewebe aufbauen bzw. einen Abbau von Muskulatur verhindern, macht es Sinn, diese lückenlose Versorgung zu gewährleisten. Man nimmt die Aminosäuren vor der Muskelbeanspruchung, Muskeltraining, Sport oder Übungen (etwa in der Rehabilitation) -  ein. Natürlich haben diese essentiellen Aminosäuren auch jede für sich spezielle Wirkungen, die es auch abseits von Sport sinnvoll machen, an eine zusätzliche Versorgung zu denken. Speziell etwa in der Rekonvaleszenz, nach langer Bettlägrigkeit, bei unterentwickelter Muskulatur  (Rücken), beim Fasten, Entgiften, bei Krankheit generell, bei Depression, Übergewicht u.v.m..
  
Die Wirkungen der essentiellen Aminosäuren 
 
L-Leucin und L-Isoleucin: kann in Fettsäuren umgewandelt werden, erhöht die Energieproduktion, nach Bettlägrigkeit und bei Leberschäden
 
L-Valin:  stabilisiert beim Fasten den Blutzuckerspiegel, reduziert Hunger zusammen mit Phenylalanin und Methionin
 
L-Lysin:  für Gewebsaufbau, Knochenaufbau, Wachstum, Hormonbildung, Immunsystem und für den Energiehaushalt
 
L-Phenylalanin:  bei depressiven Verstimmungen, für verschiedene Hormone (Schilddrüse, Schlaf, Stress, Bauchspeicheldrüse), bei Übergewicht, Sucht und Schmerzen
  
L-Threonin:  für das Immunsystem, Thymus anregend, fördert die Bildung von T-Lymphozyten und weißen Blutkörperchen
 
L-Methionin:  baut Gluthation auf, das für die Entgiftung, auch Schwermetallausleitung benötigt wird, günstig bei Leberschäden, Depression, Müdigkeit und Arteriosklerose, wichtig für Haut,
Haare, Nägel, den Aufbau von Vitamin B12 und die Verfügbarkeit von Selen
  
L-Tryptophan:  bei Depression, Schlafstörungen, zur Gewichtsabnahme
 
L-Glutamin: Muskelaufbau, Muskelregeneration. Zusätzlich zu den essentiellen Fettsäuren ist L- Glutamin zum Muskelaufbau empfohlen. Es ist die im Körper am häufigsten vorkommende Aminosäure. Sie ist vor allem für die Wassereinlagerung in die Zelle verantwortlich und bewirkt bei körperlicher Belastung eine Vergrößerung des Zellvolumens. Die Vergrößerung des Zellvolumens wertet der Körper als anaboles Signal, wodurch die Protein- und Glykogenbildung (Energiespeicher) gefördert wird. Beim Training werden große Mengen L-Glutamin verbraucht und der Körper kann erst nach Ausgleich des Verlustes Muskelmasse aufbauen. Glutamin wirkt aber nicht nur anabol, sondern zusätzlich antikatabol, indem es bei körperlicher Anstrengung einem Abbau von Muskelgewebe entgegen wirkt. Es ist somit vor und nach dem Training von Bedeutung. Ebenso verbessert sich die körperliche Regenerationsfähigkeit während des Schlafes. 
 
Kreatin, BCAA´S und L-Glutamin zur Muskelregeneration
 
Neben L-Glutamin sind vor allem Kreatin und die sogenannten BCAA`S, das sind die Aminosäuren L-Leucin, L-Isoleucin und L-Valin, nach dem Training wieder aufzufüllen. Muskeln bestehen zu 35 % aus BCAA`S. L-Glutamin macht 50 % der freien Aminosäuren im Muskel aus. Erhöhte Kreatinspiegel im Muskel bedeuten Energiereserven, da sonst ATP in Sekundenschnelle verbraucht ist. Dieser Spiegel ist nebenwirkungsfrei langsam mit kleinen Mengen Kreatin aufzubauen. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass gerade diese fünf Aminosäuren die Proteinsynthese sowie die Energiesituation günstig beeinflussen und die Regeneration beanspruchter Muskeln fördern.  
 
Unmittelbar nach dem Training haben die Muskeln den höchsten Bedarf an L-Glutamin und BCAA`S. Sie werden von den Muskelzellen zuerst aufgenommen. Erst wenn sie in genügender Menge vorhanden sind, kann die Regeneration einsetzen. Das bedeutet auch, dass das durch das Muskeltraining angeregte Muskelwachstum sich wirklich einstellt und nicht stattdessen ein Muskelabbau stattfindet. 
 
Verfasserin: 
Dr. Doris Ehrenberger, A-8382 Mogersdorf 159